Hermann Wessling
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Glasstelen in Bad Münder
Hansjörg-Ulf-Schneider
Hermann Wessling:
Unsere Region im nördlichen Weserbergland hat eine fast 400 jährige Tradition der Glasherstel-
lung. Ihre kulturgeschichtliche Entwicklung und Bedeutung den Bürgern und Gästen unserer Region bewusst zu machen, ihnen die Vielfalt der kreativen Gestaltungmöglichkeiten mit Glas zu vermitteln und Begegnungen mit historischer und moderner Glaskunst zu ermöglichen, das ist das Ziel des im Jahr 2006 gegründeten Trägervereins für diese Aktivitäten. Wir laden Sie ein, sich hier über unsere Arbeit und aktuellen Projekte zu informieren.
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Glasgeschichte
Von der Glashütte Süntelgrund bis zu Rexam Glass Bad Münder
Im Laufe ihrer 75 jährigen Geschichte hat die Glashütte wiederholt den Eigentümer gewechselt
Nach dem 1. Weltkrieg haben der Kaufmann del la Porte aus Arnstadt/Thüringen und der Glashütten-spezialist Martin aus Donzdorf in Württemberg Grundstücke an der oberen Süntelstraße zum Bau einer Glashütte erworben. Im Oktober 1919 wurde der sog. Bauschein erteilt, der zum Bau der Glashütte Süntelgrund führte. Die Produktion wurde im Jahr 1920 aufgenommen, allerdings wegen Rohstoffmangel wahrscheinlich schon im Frühjahr 1921 wieder eingestellt, so dass nur wenige Monate Glas produziert worden ist.
1930 erwarb der Sägereibesitzer Sustrate aus Münder die Gebäude und wollte sie vermutlich abreißen. Dazu kam es aber nicht.
Am 1.5.1932 erwarb Rudolf Bornkessel, dessen Vater in Mellendorf/Thüringen eine Glashütte betrieb, Grundstück und Gebäude. Die Produktion wurde im Jahr 1933 aufgenommen. Seither wurde in dieser Glashütte bis auf eine kurze Unterbrechung gegen Kriegsende kontinuierlich Glas hergestellt. Darum gilt 1932 auch als Gründungsdatum dieser Glashütte und die Zeit davor als Vorgeschichte dieser Gründung..
Bereits 1938 kaufte Friedrich Sünder für 48.000 Reichsmark 80 % der Glashütte, gleichzeitig übernahm Karl Siegmund die restlichen Anteile von 20%.
Ende 1944 wurde die Produktion wegen Rohstoffmangel aufgegeben. Die Beschäftigten, darunter Zwangs- und Fremdarbeiter, wurden nach Gnarrenburg versetzt.
Nach dem 2. Weltkrieg beteiligte sich neben Friedrich Sünder und Karl Siegmund Günter Pöting, der allerdings 1948 wieder ausschied, an der Glashütte Münder GmbH.
1956 kam es zu einer erneuten Beteiligung von Günter Pöting. Der Betrieb firmierte jetzt unter „Siegmund und Co“. Nacheinander schieden Sünder (1957) und Siegmund (1963) aus dem Unternehmen aus. Zunehmend stand Pöting unter Rationalisierungs- und Modernisierungsdruck auch deshalb, weil Unzulänglichkeiten an den von ihm konstruierten AM-Maschinen zu Tage traten.
Der schwedische Konzern PLM wollte seine Vertriebs- und Produktionsstrukturen internationalisieren und kaufte 1971 die Glasfabrik. Die Verantwortlichen des Konzerns investierten in wenigen Jahren 25 Millionen DM, dabei wurden auch die sozialen Arbeitsbedingungen erheblich verbessert.
1999 übernahm schließlich die Rexam-Gruppe, ein weltweit agierender Konzern für Konsumgüter-Verpackungen, zusammen mit der Glashütte in Bad Münder den gesamten PLM-Konzern. Der Rexam-Konzern hat nach der Übernahme von Nienburger Glas in Niedersachsen und dem Familienunternehmen Lüner Glas im Ruhrgebiet außer in Bad Münder noch weitere deutsche Niederlassungen in Drebkau, Lünen, Neuenhagen Nienburg, Schleiden und Wahlstedt.
Am 12.03.2007 kündigt der Rexam-Konzern den Verkauf der gesamten Glassparte mit 13 Glashütten an die irische Ardagh Glass Group an, die bisher insgesamt neun Glashütten in Großbritannien, Deutschland, Italien und Polen besitzt.
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Ardagh Glas Bad Münder
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