Unsere Region im nördlichen Weserbergland hat eine fast 400 jährige Tradition der Glasherstel-
lung. Ihre kulturgeschichtliche Entwicklung und Bedeutung den Bürgern und Gästen unserer Region bewusst zu machen, ihnen die Vielfalt der kreativen Gestaltungmöglichkeiten mit Glas zu vermitteln und Begegnungen mit historischer und moderner Glaskunst zu ermöglichen, das ist das Ziel des im Jahr 2006 gegründeten Trägervereins für diese Aktivitäten. Wir laden Sie ein, sich hier über unsere Arbeit und aktuellen Projekte zu informieren.
Der folgende Textbeitrag ist Teil einer Dokumentation von Herrn Dr.Peter Dunas, die anlässlich der City-Offensive "Ab in die Mitte 2004" auf einer CD veröffentlicht wurde.
Ziel des Wettbewerbs
...soll es sein, einen Glas-Skulpturen-Weg in Bad Münder zu schaffen, mit dem folgende Zielsetzungen verbunden sind:
Mit der Profilierung und Ausgestaltung eines bereits
vorhandenen ca. 300 Meter langen Fußweges zwischen
Altstadt und Kurparkgelände sollen diese beiden
Lebensbereiche der Stadt enger und attraktiver miteinander
verbunden werden.
Durch gestalterische Elemente aus Glas soll die rd. 400-jährige
Tradition der Glasherstellung vor Ort Bürgern und Besuchern
der Stadt bewusst und gleichzeitig im Stadtbild sichtbar
gemacht werden. Indem die Bürger für die Geschichte ihrer Stadt
sensibilisiert werden, soll durch neue Kunst an alten Wegen die
Attraktivität der Stadt nachhaltig erhöht werden.
Das vor Ort hergestellte Glas diente selbst bei künstlerischer
Ausgestaltung stets praktischen Zwecken des Alltags, wie dies bei den noch heute produzierten Glasverpackungen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Form und Funktion entsprachen dem jeweiligen Erfordernis und dem ästhetischen Empfinden der Zeit. Durch nunmehr kreativ gestaltete, zweckfreie Glaskunst - vielleicht unter Verwendung zweckbestimmter Glasprodukte -
soll der Werkstoff Glas in einer völlig neuen Dimension im
Stadtbild in Erscheinung treten. Dadurch soll für den Betrachter
ein Spannungsfeld zwischen ortsbezogener, bodenständiger Wirtschaftsgeschichte und zeitgemäßer Stadtkultur
entstehen, das zu einer geistigen Auseinandersetzung anregen soll.
Skulpturen aus den Materialien Stein, Metall, Holz oder
Kunststoff sind bereits häufig anzutreffen. Hingegen sind Skulpturen aus Glas noch selten. Durch hervorragende Beispiele moderner Glaskunst in Verbindung mit der Jahrhunderte alten Standorttradition möchte Bad Münder in der Glasregion Weserbergland für Bürger und Gäste der Stadt einen neuen Anziehungspunkt schaffen.
Beschreibung des geplanten Glas-Skulpturen-Weges
zwischen
Innenstadt und Landschaftspark
Die Stadt Bad Münder am Deister wird durch ihre reizvolle Lage im Tal
zwischen den Höhenzügen Deister und Süntel, aber auch durch ihre von
Besuchern immer wieder gelobte Altstadt geprägt. Stilvoll restaurierte
Fachwerkhäuser, Altstadtgassen mit typischem Flair , die einmünden in
ansprechend gestaltete Plätze mit Brunnen und Figuren aus der Stadtgeschichte, gemütliche Straßencafés und kleine Geschäfte geben der
Innenstadt ein charmantes Gesicht.
Ebenso prägend für die Stadt Bad Münder ist der erst in den 90er Jahren
von dem renommierten Schweizer Landschaftsarchitekten Prof. Dieter
Kienast im Rahmen einer Erweiterung neu gestaltete Kur- und
Landschaftspark. Auf seinen Wegen rund um den Kurparksee kann man
die Parklandschaft genießen, den Blick über die Dächer der Altstadt
hinweg weit in die Landschaft schweifen lassen, auf Minigolf-Bahnen mit
internationalem Standard sich sportlich betätigen oder am Sole
versprühenden Gradierwerk und in der benachbarten Wassertretanlage
seiner Gesundheit etwas Gutes tun. Konzerte von der Klassik bis zur
Moderne unterhalten in der Kurmuschel während der warmen Jahreszeit
junge wie ältere Gäste. Spielflächen sind der Anziehungspunkt für die
Jüngsten. Ein Park für alle Generationen, für Muße, Bewegung und
Aktivität.
Verbunden sind diese beiden das Stadtbild prägenden
Lebensbereiche u.a. durch einen etwa 300 m langen abwechslungsreichen, aber noch attraktiver zu gestaltenden Gehweg.
Die Innenstadt verlassend, gelangt man durch eine Öffnung in der alten
Stadtmauer in einen früheren Obstbaumhof, der zu einem
zentrumsnahen Spielplatz umgewidmet worden ist. Der hier natürlich
verlaufende Weg führt vorbei an ausgewählten Kinderspielgeräten sowie
an ruhigen Ecken, wo Bänke, insbesondere an heißen Tagen, zum
Verweilen unter schattigen Bäumen einladen. Anschließend gelangt man
auf eine Allee. Immer wieder wirft man - auf diesen mit großen Linden
gesäumten Weg - den Blick neugierig in den vor einem liegenden
Kurpark.
Interessante Glasskulpturen werden diesen Fußweg zwischen der
Kleinstadtidylle des Zentrums und dem reizvollen Erlebnis- und
Landschaftspark zu einer kleinen Entdeckungstour aufleben lassen.
Wie viele Skulpturen es einmal werden und wo sie platziert sein werden ist
mit Ausnahme des Standortes für die 1. Skulptur offen. Gerade dies ist
Gegenstand des Wettbewerbs für eine Gesamtkonzeption.
Die Jury
Namhafte Experten moderner Glaskunst aus verschiedenen Regionen
Deutschlands werden als Fachjuroren die Arbeiten der Künstler und Künstlerinnen würdigen. Sachjuroren aus Bad Münder sorgen für eine gute Integration des Wettbewerbs in die Stadt und gewährleisten die Beachtung relevanter Aspekte vor Ort. Zur Jury gehören:
Dr. Ruth Fabritius, Leiterin Glasmuseum Rheinbach, als Vorsitzende
Friedrich-Karl Baas, Leiter Glasmuseum Immenhausen
Milan Vobruba, Künstlerischer Leiter der Biennale "Glasplastik und Garten", Munster/Lüneburger Heide
Hans Wudy, Leiter Glasfachschule Zwiesel
sowie aus Bad Münder:
Dipl.Ing. Manfred Czekalla, Technischer
Direktor Rexam Glass
Dipl.Ing. Uwe Hünefeld, Bauamtsleiter
Norbert Louis, Maler und Grafiker
Dipl.Ing. Frauke v. Oheimb, Architektin im
Bauamt
Dipl.Soz. Hermann Wessling, Projektleiter
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Ktnr: 809 954
BLZ: 254 501 10
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