Hermann Wessling
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Glasstelen in Bad Münder
Hansjörg-Ulf-Schneider
Hermann Wessling:
Unsere Region im nördlichen Weserbergland hat eine fast 400 jährige Tradition der Glasherstel-
lung. Ihre kulturgeschichtliche Entwicklung und Bedeutung den Bürgern und Gästen unserer Region bewusst zu machen, ihnen die Vielfalt der kreativen Gestaltungmöglichkeiten mit Glas zu vermitteln und Begegnungen mit historischer und moderner Glaskunst zu ermöglichen, das ist das Ziel des im Jahr 2006 gegründeten Trägervereins für diese Aktivitäten. Wir laden Sie ein, sich hier über unsere Arbeit und aktuellen Projekte zu informieren.
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Ein Glas-Skulpturen-Weg für Bad Münder
Der folgende Textbeitrag ist Teil einer Dokumentation von Herrn Dr.Peter Dunas, die anlässlich der City-Offensive "Ab in die Mitte 2004" auf einer CD veröffentlicht wurde.
Ziel des Wettbewerbs
...soll es sein, einen Glas-Skulpturen-Weg in Bad Münder zu schaffen, mit dem folgende Zielsetzungen verbunden sind:
Mit der Profilierung und Ausgestaltung eines bereits vorhandenen ca. 300 Meter langen Fußweges zwischen Altstadt und Kurparkgelände sollen diese beiden Lebensbereiche der Stadt enger und attraktiver miteinander verbunden werden.
Durch gestalterische Elemente aus Glas soll die rd. 400-jährige Tradition der Glasherstellung vor Ort Bürgern und Besuchern der Stadt bewusst und gleichzeitig im Stadtbild sichtbar gemacht werden. Indem die Bürger für die Geschichte ihrer Stadt sensibilisiert werden, soll durch neue Kunst an alten Wegen die Attraktivität der Stadt nachhaltig erhöht werden.
Das vor Ort hergestellte Glas diente selbst bei künstlerischer Ausgestaltung stets praktischen Zwecken des Alltags, wie dies bei den noch heute produzierten Glasverpackungen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Form und Funktion entsprachen dem jeweiligen Erfordernis und dem ästhetischen Empfinden der Zeit. Durch nunmehr kreativ gestaltete, zweckfreie Glaskunst - vielleicht unter Verwendung zweckbestimmter Glasprodukte - soll der Werkstoff Glas in einer völlig neuen Dimension im Stadtbild in Erscheinung treten. Dadurch soll für den Betrachter ein Spannungsfeld zwischen ortsbezogener, bodenständiger Wirtschaftsgeschichte und zeitgemäßer Stadtkultur entstehen, das zu einer geistigen Auseinandersetzung anregen soll.
Skulpturen aus den Materialien Stein, Metall, Holz oder Kunststoff sind bereits häufig anzutreffen. Hingegen sind Skulpturen aus Glas noch selten. Durch hervorragende Beispiele moderner Glaskunst in Verbindung mit der Jahrhunderte alten Standorttradition möchte Bad Münder in der Glasregion Weserbergland für Bürger und Gäste der Stadt einen neuen Anziehungspunkt schaffen.
Beschreibung des geplanten Glas-Skulpturen-Weges zwischen Innenstadt und Landschaftspark
Die Stadt Bad Münder am Deister wird durch ihre reizvolle Lage im Tal zwischen den Höhenzügen Deister und Süntel, aber auch durch ihre von Besuchern immer wieder gelobte Altstadt geprägt. Stilvoll restaurierte Fachwerkhäuser, Altstadtgassen mit typischem Flair , die einmünden in ansprechend gestaltete Plätze mit Brunnen und Figuren aus der Stadtgeschichte, gemütliche Straßencafés und kleine Geschäfte geben der Innenstadt ein charmantes Gesicht.
Ebenso prägend für die Stadt Bad Münder ist der erst in den 90er Jahren von dem renommierten Schweizer Landschaftsarchitekten Prof. Dieter Kienast im Rahmen einer Erweiterung neu gestaltete Kur- und Landschaftspark. Auf seinen Wegen rund um den Kurparksee kann man die Parklandschaft genießen, den Blick über die Dächer der Altstadt hinweg weit in die Landschaft schweifen lassen, auf Minigolf-Bahnen mit internationalem Standard sich sportlich betätigen oder am Sole versprühenden Gradierwerk und in der benachbarten Wassertretanlage seiner Gesundheit etwas Gutes tun. Konzerte von der Klassik bis zur Moderne unterhalten in der Kurmuschel während der warmen Jahreszeit junge wie ältere Gäste. Spielflächen sind der Anziehungspunkt für die Jüngsten. Ein Park für alle Generationen, für Muße, Bewegung und Aktivität.
Verbunden sind diese beiden das Stadtbild prägenden Lebensbereiche u.a. durch einen etwa 300 m langen abwechslungsreichen, aber noch attraktiver zu gestaltenden Gehweg. Die Innenstadt verlassend, gelangt man durch eine Öffnung in der alten Stadtmauer in einen früheren Obstbaumhof, der zu einem zentrumsnahen Spielplatz umgewidmet worden ist. Der hier natürlich verlaufende Weg führt vorbei an ausgewählten Kinderspielgeräten sowie an ruhigen Ecken, wo Bänke, insbesondere an heißen Tagen, zum Verweilen unter schattigen Bäumen einladen. Anschließend gelangt man auf eine Allee. Immer wieder wirft man - auf diesen mit großen Linden gesäumten Weg - den Blick neugierig in den vor einem liegenden Kurpark.
Interessante Glasskulpturen werden diesen Fußweg zwischen der Kleinstadtidylle des Zentrums und dem reizvollen Erlebnis- und Landschaftspark zu einer kleinen Entdeckungstour aufleben lassen. Wie viele Skulpturen es einmal werden und wo sie platziert sein werden ist mit Ausnahme des Standortes für die 1. Skulptur offen. Gerade dies ist Gegenstand des Wettbewerbs für eine Gesamtkonzeption.
Die Jury
Namhafte Experten moderner Glaskunst aus verschiedenen Regionen Deutschlands werden als Fachjuroren die Arbeiten der Künstler und Künstlerinnen würdigen. Sachjuroren aus Bad Münder sorgen für eine gute Integration des Wettbewerbs in die Stadt und gewährleisten die Beachtung relevanter Aspekte vor Ort. Zur Jury gehören:
Dr. Ruth Fabritius, Leiterin Glasmuseum Rheinbach, als Vorsitzende
Friedrich-Karl Baas, Leiter Glasmuseum Immenhausen
Milan Vobruba, Künstlerischer Leiter der Biennale "Glasplastik und Garten", Munster/Lüneburger Heide
Hans Wudy, Leiter Glasfachschule Zwiesel sowie aus Bad Münder:
Dipl.Ing. Manfred Czekalla, Technischer Direktor Rexam Glass
Dipl.Ing. Uwe Hünefeld, Bauamtsleiter
Norbert Louis, Maler und Grafiker
Dipl.Ing. Frauke v. Oheimb, Architektin im Bauamt
Dipl.Soz. Hermann Wessling, Projektleiter
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